Ostern

Ostern

Ostern - Ursprung der Tradition - Woher kommt der Osterhase?Ostern  ist das wichtigste Fest im Christentum. Die Christen feiern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Mit dem Ostersonntag endet die 40-tägige Fastenzeit und beginnt die fröhliche Osterzeit, die bis Pfingsten andauert.

Zu Ostern werden aber auch viele nicht christliche Bräuche ausgeübt. Zu den bekanntesten gehören das Bemalen und Verstecken von Ostereiern, das Verschenken von Osterhasen, das Backen von Osterbroten, das Essen des Osterlamms und viele Ostereierspiele. Habt ihr euch auch schon immer gefragt, woher diese Bräuche eigentlich kommen und wieso der Osterhase Geschenke bringt? Wir haben uns für euch auf die Suche nach Antworten gemacht:

Woher kommt der Name Ostern?

Es herrscht Uneinigkeit darüber, woher Ostern seinen Namen hat. Eine weit verbreitete Erklärung lautet, dass das Wort Ostern altgermanischen Ursprungs ist. Das altgermanische Wort Austro bedeutet Morgenröte. Die Morgenröte hat auch einen engen Bezug zur Auferstehung von Jesus, denn dessen Grab wurde am frühen Morgen leer aufgefunden. Somit könnte die Morgenröte ein Symbol für die Auferstehung sein und den Namen Ostern erklären.

In vielen Sprachen wird das Wort Ostern mit einer Wortableitung vom aramäischen pas-cha (Anlehnung an Pessach, hebräisch) gebildet: z.B. Pasqua in der italienischen oder Paques in der französischen Sprache. Dadurch wird auch die enge Verbindung zum jüdischen Fest Pessach deutlich. Die slawischen Sprachen nennen Ostern „Große Nacht“, z.B. Wielkanoc auf Polnisch oder Velikonoce auf Tschechisch.

Ostern, Pessach und Frühlingsfest

Ostern feiern - Woher kommt der Osterhase? Obwohl Ostern ein christliches Fest ist, sind viele Osterbräuche und –traditionen nicht christlicher Herkunft. Das Osterfest ist eine Mischung aus jüdischen, christlichen und heidnischen Traditionen und Bräuchen. Bei vielen Bräuchen ist der Ursprung allerdings nicht eindeutig. Vermutlich wurden jüdische und heidnische Bräuche aufgegriffen und neu ausgestaltet oder kombiniert.

Da das Christentum seine Wurzeln im Judentum hat, lässt sich auch die Nähe von Ostern zum jüdischen Fest Pessach erklären. Das Letzte Abendmahl, die Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu Christi fanden während des jüdischen Pessach statt, sodass Ostern früher zeitgleich mit dem Pessachfest gefeiert wurde und viele Bräuche im christlichen Osterfest aufgegriffen werden.

Zu Zeiten, als die Menschen in Europa an Götter glaubten, wurde das Frühlingsfest gefeiert. Die Götter wurden um gutes Wetter und eine reichhaltige Ernte gebeten. Der Winter wurde mit Feuer und Lärm vertrieben; der Frühling mit Opfergaben, Tanz und Gesang begrüßt. Da Ostern zu Beginn des Frühlings gefeiert wird, gibt es auch hier die Nähe zu den heidnischen Bräuchen.

Ostereier bemalen, verstecken und suchen

Ostereier bemalen, verstecken und suchenWarum gibt es zu Ostern bunte Ostereier? Und warum werden Ostereier versteckt? Das Ei ist ein Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Neuanfang und soll zu Ostern an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten erinnern. Früher wurde Christen während der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und mit dem Ostersonntag endet, das Essen von tierischen Speisen wie z.B. Eiern nicht erlaubt. Daher wurden Eier in der Zeit vor Ostern hartgekocht und haltbar gemacht. Das Bemalen der Ostereier könnte daher kommen, dass man die hartgekochten von den rohen Eiern unterscheiden wollte. Beim Verstecken von Ostereiern könnte es sich um einen heidnischen Brauch handeln. Zur Zeit der Christianisierung galt das bloße Verschenken von farbigen Eiern als eine heidnische Tradition, die es zu bestrafen galt. Durch das Verstecken der Eier sollte so der Strafe entgangen werden.

Heutzutage hat das Verstecken der Ostereier natürlich keinen gefährlichen Beigeschmack mehr. Die bunten Ostereier werden von Eltern und Großeltern für Kinder versteckt und erzählt, der Osterhase hätte die Ostereier gebracht. Was es mit dem Osterhasen auf sich hat, verraten wir euch weiter unten.

Eine weitere Tradition zu Ostern, die ihr sicher auch nur allzu gern ausübt, um dem Frühling etwas näher zu kommen, ist das Schmücken von Ostersträußen. Ostersträuße werden aus kahlen Ästen von Sträuchern und Bäumen aus dem Garten mit bunten Ostereiern dekoriert und in einer Vase im Haus aufgestellt.

Christen lassen am Ostersonntag Körbchen mit bemalten Ostereiern, Osterbroten, Butter und anderen Osterspeisen in der Kirche segnen. Nach der Segnung wird die Fastenzeit beendet und aus dem Körbchen darf genascht werden.

 

Woher kommt der Osterhase?

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es das Motiv des Osterhasen. Je nach Region wurde Kindern erzählt, dass der Kuckuck, Fuchs, Storch oder Hahn die Eier gebracht hat. Mittlerweile ist es jedoch weltweit der Osterhase, der die Ostereier versteckt. Der Hase gilt aufgrund seines Paarungsverhaltens in der Frühlingszeit genauso wie das Ei als Symbol für die Fruchtbarkeit und neues Leben. Er ist auch ein Symbol für den Frühling und fand schon im Mittelalter Gebrauch als Motiv. Heute finden wir neben kuscheligen Osterhasen aus Plüsch auch leckere Schoko-Osterhasen in den Verstecken und voll gefüllten Ostereiern.

 

Osterlamm und Osterbrot

Ostern feiern - traditionelles Osterbrot zu OsternDas traditionelle Osterlamm geht auf die jüdische Pessach-Tradition zurück. Das Pessachfest erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei der Ägypter. Durch das Bemalen ihrer Türpfosten mit dem Blut eines Lammes blieben die Häuser der Juden vor einer Plage verschont, die Gott als Strafe gegen die Ägypter schickte. Das Lamm wird traditionell zum Pessachfest verspeist und hat auch beim Osterfest seine feste Tradition. Wer sich kein Lamm zum Osterfest leisten konnte, hat ein Osterbrot in Form eines Lamms gebacken.

Osterfeuer und Osterkerze

Das Osterfeuer hat wahrscheinlich seinen Ursprung in heidnischen Feuerkulten, die zu Beginn des Frühlings zur Vertreibung des Winters aber auch zur Sicherung der Ernte durchgeführt wurden. Die Asche des Osterfeuers wurde auf die Felder verteilt, da Asche als guter Dünger gilt. Vor allem in ländlichen Gebieten ist das Osterfeuer noch heute Tradition.

Im Christentum ist das Osterfeuer ein Zeichen des Lichts und Symbol dafür, dass Jesus Christus das Licht in die Welt gebracht hat. Am Ostersonntag wird die Ostermesse oft mit einem Osterfeuer begonnen, an dem die große Osterkerze entzündet wird. Die Gemeindemitglieder entzünden ihre eigene Kerze an der Osterkerze und führen dann das Licht in die dunkle Kirche. Mit der Osterkerze wird das Taufwasser gesegnet. Oft finden zu Ostern auch Taufen statt.